EPEX SPOT — die europäische Spotbörse für Strom
Die EPEX SPOT SE mit Sitz in Paris ist die führende Strombörse für den kurzfristigen Stromhandel in Zentral- und Westeuropa. Sie betreibt die Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder, Großbritannien und weitere Länder. Gehandelt wird Strom für die physische Lieferung — also Strom, der tatsächlich kurzfristig ins Netz fließt, im Gegensatz zu den Termingeschäften der Muttergesellschaft EEX in Leipzig.
Wenn vom „Börsenstrompreis" oder dem „aktuellen Strompreis an der Börse" die Rede ist, ist fast immer der EPEX-Spot-Day-Ahead-Preis gemeint. Dieser Preis bildet das Fundament jedes dynamischen Stromtarifs: Die Anbieter reichen den EPEX-Spot-Preis, je nach Tarif je Viertelstunde oder je Stunde, plus einen festen Aufschlag an ihre Kunden weiter.
Die Day-Ahead-Auktion: Herzstück des EPEX Spot
Die Day-Ahead-Auktion ist die zentrale tägliche Preisbildung an der EPEX Spot. Der Ablauf:
- Bis 12:00 Uhr: Alle Marktteilnehmer — Versorger, Industrie, Händler — geben ihre Kauf- und Verkaufsgebote für die Viertelstunden des Folgetags ab.
- 12:00 Uhr: Die Auktion schließt. Für jede Viertelstunde wird ein einheitlicher Preis ermittelt, bei dem sich Angebot und Nachfrage decken.
- Merit-Order-Prinzip: Kraftwerke werden nach steigenden Grenzkosten sortiert. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle. Sind erneuerbare Energien (Grenzkosten nahe null) im Überfluss vorhanden, fällt der Preis stark — bis in den negativen Bereich.
- Ab etwa 12:55 Uhr: Die 96 Viertelstundenpreise stehen fest und werden veröffentlicht, endgültig meist gegen 13:05 Uhr.
Genau diese Preise empfängt das Energiemanagementsystem Ihres Speichers und plant darauf den optimalen Ladefahrplan für den nächsten Tag.
Intraday-Markt: kontinuierlicher Handel
Neben dem Day-Ahead-Markt betreibt die EPEX Spot den Intraday-Markt. Hier wird Strom am Liefertag selbst gehandelt — kontinuierlich bis fünf Minuten vor der Lieferung. Der Intraday-Markt gleicht aus, was die Day-Ahead-Prognose nicht treffen konnte: Weht plötzlich mehr Wind als erwartet oder fällt ein Kraftwerk aus, korrigieren die Marktteilnehmer ihre Positionen kurzfristig.
Der Intraday-Preis ist deutlich volatiler als der Day-Ahead-Preis. Für die meisten Gewerbekunden mit Speicher ist er weniger relevant, da die Ladeplanung auf den feststehenden Day-Ahead-Preisen basiert. Hochoptimierte EMS-Systeme können den Intraday-Markt aber für zusätzliche Feinjustierung nutzen.
EPEX Spot Begriffe — kompaktes Glossar
| Begriff | Bedeutung | Relevanz für Gewerbe |
|---|---|---|
| EPEX Spot | Pariser Spotbörse für physischen Stromhandel | Quelle des Börsenstrompreises |
| Day-Ahead | Auktion um 12 Uhr für den Folgetag | Basis der Speicher-Ladeplanung |
| Intraday | Laufender Handel am Liefertag | Feinausgleich, hohe Volatilität |
| Merit Order | Kraftwerks-Reihenfolge nach Grenzkosten | Erklärt günstige Solar-/Windstunden |
| Marktgebiet | Preiszone (z. B. DE-LU) | Deutscher Preis maßgeblich |
| Negative Preise | Preis < 0 bei Erzeugungsüberschuss | Speicher lädt besonders günstig |
| Spread | Differenz Tief- zu Hochpreis am Tag | Arbitrage-Potenzial des Speichers |
Marktgebiete: Warum der deutsche Preis zählt
Die EPEX Spot teilt Europa in Marktgebiete (Gebotszonen) auf. Für Deutschland ist das Marktgebiet DE-LU (Deutschland-Luxemburg) maßgeblich. Innerhalb eines Marktgebiets gilt zu jeder Viertelstunde ein einheitlicher Preis. Zwischen den Gebieten können sich die Preise unterscheiden — bei knappen Grenzkapazitäten (Engpässen) entstehen unterschiedliche Zonenpreise. Für Ihren Gewerbebetrieb in Deutschland ist ausschließlich der DE-LU-Day-Ahead-Preis relevant; genau diesen rechnet Ihr dynamischer Tarif ab.
EPEX Spot Preis aktuell: typischer Tagesverlauf
Die folgende Darstellung zeigt einen typischen EPEX-Spot-Tagesverlauf für einen Werktag in der deutschen Zone (schematisch, keine Echtzeitdaten):
Schematischer EPEX-Spot-Tagesverlauf: Grün = günstig, Rot = Abendspitze. Keine Echtzeitdaten — für aktuelle Werte siehe SMARD.de oder EPEX Spot.
Den ausführlichen EPEX/EEX-Tagesverlauf mit Stundentabelle und die aktuellen Börsenstrompreis-Werte finden Sie im verlinkten Cluster.
Wie Gewerbe den EPEX Spot Preis nutzt
Der EPEX-Spot-Preis wird zum Vorteil, wenn drei Bausteine zusammenkommen:
- Dynamischer Tarif: Abrechnung zum EPEX-Spot-Preis plus festem Aufschlag.
- Smart Meter (iMSys): erfasst den Verbrauch viertelstündlich; über 6.000 kWh Jahresverbrauch baut es der Messstellenbetreiber ohnehin ein.
- Batteriespeicher mit EMS: Lädt automatisch bei niedrigen Preisen, entlädt in der Abendspitze.
Rechenbeispiel: Ein Betrieb mit 8.000 kWh Monatsverbrauch (96.000 kWh im Jahr) nutzt einen 30-kWh-Speicher. Über Börsenstrom-Arbitrage bringt der Speicher rund 800 € im Jahr, knapp 67 € im Monat (so rechnen wir). Weil der Betrieb unter 100.000 kWh im Jahr liegt, zahlt er keinen Leistungspreis; Peak Shaving spart hier nichts. Bei 18.200 € Investition dauert die Amortisation rund 23 Jahre. Den Wechsel vom Festpreis auf Börsenstrom rechnen wir getrennt: (heutiger Arbeitspreis − 9,90 ct Börsenmittel − Aufschlag des Anbieters) × 96.000 kWh. Er spart auch ohne Speicher, wenn Ihr Arbeitspreis über Börsenmittel plus Aufschlag liegt.
Häufige Fragen zum EPEX Spot Preis
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Der EPEX Spot Preis ist der Strompreis, der an der Pariser Strombörse EPEX SPOT im kurzfristigen Handel gebildet wird. Das wichtigste Segment ist die Day-Ahead-Auktion: täglich um 12 Uhr schließt die Auktion, die seit Oktober 2025 für jede Viertelstunde des Folgetags einen Preis festlegt. Von Januar bis August 2026 lag der EPEX-Spot-Preis für Deutschland im Mittel bei 10,31 ct/kWh netto.
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Die Day-Ahead-Auktion ist die zentrale tägliche Auktion der EPEX Spot. Bis 12:00 Uhr geben die Marktteilnehmer ihre Gebote ab; danach wird für jede Viertelstunde des Folgetags, 96 am Tag, ein einheitlicher Preis nach dem Merit-Order-Prinzip ermittelt. Diese Preise bilden die Grundlage jedes dynamischen Stromtarifs.
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Day-Ahead bezeichnet die Auktion für den nächsten Tag, deren Preise um 12 Uhr feststehen. Intraday ist der kontinuierliche Handel am Liefertag selbst, bis kurz vor der Lieferstunde. Intraday gleicht Prognosefehler bei Wind und Sonne aus und ist deutlich volatiler als der Day-Ahead-Markt.
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Mit einem dynamischen Tarif (Abrechnung zum EPEX-Spot-Preis), einem Smart Meter und einem Batteriespeicher. Das Energiemanagementsystem empfängt die Day-Ahead-Preise und lädt den Speicher automatisch in günstigen Stunden, um in teuren Stunden daraus zu versorgen. Nach unserer Rechenbasis bringt das rund 27 € je kWh Speicherkapazität und Jahr, bei einem 22-kWh-Speicher also rund 590 €.
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