EPEX SPOT — die europäische Spotbörse für Strom
Die EPEX SPOT SE mit Sitz in Paris ist die führende Strombörse für den kurzfristigen Stromhandel in Zentral- und Westeuropa. Sie betreibt die Spotmärkte für Deutschland, Frankreich, Österreich, die Schweiz, die Benelux-Länder, Großbritannien und weitere Länder. Gehandelt wird Strom für die physische Lieferung — also Strom, der tatsächlich kurzfristig ins Netz fließt, im Gegensatz zu den Termingeschäften der Muttergesellschaft EEX in Leipzig.
Wenn vom „Börsenstrompreis" oder dem „aktuellen Strompreis an der Börse" die Rede ist, ist fast immer der EPEX-Spot-Day-Ahead-Preis gemeint. Dieser Preis bildet das Fundament jedes dynamischen Stromtarifs: Anbieter wie Tibber, aWATTar oder Voltego reichen den stündlichen EPEX-Spot-Preis plus einen festen Aufschlag an ihre Kunden weiter.
Die Day-Ahead-Auktion: Herzstück des EPEX Spot
Die Day-Ahead-Auktion ist die zentrale tägliche Preisbildung an der EPEX Spot. Der Ablauf:
- Bis 12:00 Uhr: Alle Marktteilnehmer — Versorger, Industrie, Händler — geben ihre Kauf- und Verkaufsgebote für jede der 24 Stunden des Folgetags ab.
- 12:00 Uhr: Die Auktion schließt. Für jede Stunde wird ein einheitlicher Preis ermittelt, bei dem sich Angebot und Nachfrage decken.
- Merit-Order-Prinzip: Kraftwerke werden nach steigenden Grenzkosten sortiert. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk setzt den Preis für alle. Sind erneuerbare Energien (Grenzkosten nahe null) im Überfluss vorhanden, fällt der Preis stark — bis in den negativen Bereich.
- Ab ca. 12:45 Uhr: Die 24 Stundenpreise stehen fest und werden veröffentlicht.
Genau diese 24 Preise empfängt das Energiemanagementsystem Ihres Speichers und plant darauf den optimalen Ladefahrplan für den nächsten Tag.
Intraday-Markt: kontinuierlicher Handel
Neben dem Day-Ahead-Markt betreibt die EPEX Spot den Intraday-Markt. Hier wird Strom am Liefertag selbst gehandelt — kontinuierlich bis fünf Minuten vor der Lieferung. Der Intraday-Markt gleicht aus, was die Day-Ahead-Prognose nicht treffen konnte: Weht plötzlich mehr Wind als erwartet oder fällt ein Kraftwerk aus, korrigieren die Marktteilnehmer ihre Positionen kurzfristig.
Der Intraday-Preis ist deutlich volatiler als der Day-Ahead-Preis. Für die meisten Gewerbekunden mit Speicher ist er weniger relevant, da die Ladeplanung auf den feststehenden Day-Ahead-Preisen basiert. Hochoptimierte EMS-Systeme können den Intraday-Markt aber für zusätzliche Feinjustierung nutzen.
EPEX Spot Begriffe — kompaktes Glossar
| Begriff | Bedeutung | Relevanz für Gewerbe |
|---|---|---|
| EPEX Spot | Pariser Spotbörse für physischen Stromhandel | Quelle des Börsenstrompreises |
| Day-Ahead | Auktion um 12 Uhr für den Folgetag | Basis der Speicher-Ladeplanung |
| Intraday | Laufender Handel am Liefertag | Feinausgleich, hohe Volatilität |
| Merit Order | Kraftwerks-Reihenfolge nach Grenzkosten | Erklärt günstige Solar-/Windstunden |
| Marktgebiet | Preiszone (z. B. DE-LU) | Deutscher Preis maßgeblich |
| Negative Preise | Preis < 0 bei Erzeugungsüberschuss | Speicher lädt mit Bonus |
| Spread | Differenz Tief- zu Hochpreis am Tag | Arbitrage-Potenzial des Speichers |
Marktgebiete: Warum der deutsche Preis zählt
Die EPEX Spot teilt Europa in Marktgebiete (Gebotszonen) auf. Für Deutschland ist das Marktgebiet DE-LU (Deutschland-Luxemburg) maßgeblich. Innerhalb eines Marktgebiets gilt zu jeder Stunde ein einheitlicher Preis. Zwischen den Gebieten können sich die Preise unterscheiden — bei knappen Grenzkapazitäten (Engpässen) entstehen unterschiedliche Zonenpreise. Für Ihren Gewerbebetrieb in Deutschland ist ausschließlich der DE-LU-Day-Ahead-Preis relevant; genau diesen rechnet Ihr dynamischer Tarif ab.
EPEX Spot Preis aktuell: typischer Tagesverlauf
Die folgende Darstellung zeigt einen typischen EPEX-Spot-Tagesverlauf für einen Werktag in der deutschen Zone (schematisch, keine Echtzeitdaten):
Schematischer EPEX-Spot-Tagesverlauf: Grün = günstig, Rot = Abendspitze. Keine Echtzeitdaten — für aktuelle Werte siehe SMARD.de oder EPEX Spot.
Den ausführlichen EPEX/EEX-Tagesverlauf mit Stundentabelle und die aktuellen Börsenstrompreis-Werte finden Sie im verlinkten Cluster.
Wie Gewerbe den EPEX Spot Preis nutzt
Der EPEX-Spot-Preis wird zum Vorteil, wenn drei Bausteine zusammenkommen:
- Dynamischer Tarif: Abrechnung zum stündlichen EPEX-Spot-Preis plus festem Aufschlag.
- Smart Meter (iMSys): Pflicht ab 6.000 kWh/Jahr — erfasst den Verbrauch viertelstündlich.
- Batteriespeicher mit EMS: Lädt automatisch bei niedrigen Preisen, entlädt in der Abendspitze.
Rechenbeispiel: Ein Betrieb mit 8.000 kWh Monatsverbrauch und 30-kWh-Speicher senkt seinen Effektivpreis von 28 ct/kWh (Festpreis) auf rund 17 ct/kWh. Das entspricht etwa 880 € Ersparnis pro Monat — bei der oft sehr kurzen Amortisationszeit von unter zwei Jahren, wenn Förderung und der IAB-Steuervorteil nach §7g EStG berücksichtigt werden. Plus Peak Shaving beim Leistungspreis.
Häufige Fragen zum EPEX Spot Preis
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Der EPEX Spot Preis ist der Strompreis, der an der Pariser Strombörse EPEX SPOT im kurzfristigen Handel gebildet wird. Das wichtigste Segment ist die Day-Ahead-Auktion: täglich um 12 Uhr werden die 24 Stundenpreise für den Folgetag festgelegt. 2026 liegt der EPEX-Spot-Preis für Deutschland im Mittel bei rund 7–9 ct/kWh netto.
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Die Day-Ahead-Auktion ist die zentrale tägliche Auktion der EPEX Spot. Jeden Tag um 12:00 Uhr geben Marktteilnehmer ihre Gebote ab, und für jede der 24 Stunden des Folgetags wird ein einheitlicher Preis nach dem Merit-Order-Prinzip ermittelt. Diese Preise bilden die Grundlage jedes dynamischen Stromtarifs.
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Day-Ahead bezeichnet die Auktion für den nächsten Tag, deren Preise um 12 Uhr feststehen. Intraday ist der kontinuierliche Handel am Liefertag selbst, bis kurz vor der Lieferstunde. Intraday gleicht Prognosefehler bei Wind und Sonne aus und ist deutlich volatiler als der Day-Ahead-Markt.
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Mit einem dynamischen Tarif (Abrechnung zum EPEX-Spot-Preis), einem Smart Meter und einem Batteriespeicher. Das Energiemanagementsystem empfängt die Day-Ahead-Preise und lädt den Speicher automatisch in günstigen Stunden, um in teuren Stunden daraus zu versorgen — typisch 1.000–1.500 € Arbitrage-Gewinn pro Jahr.
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