Was ist Spitzenlastkappung?

Spitzenlastkappung (engl. Peak Shaving) bezeichnet die automatische Reduktion von Leistungsspitzen im Stromverbrauch. Der Batteriespeicher springt ein, wenn eine Spitze droht, und liefert kurzfristig Energie aus — so bleibt die Netzbezugsleistung unter einem definierten Schwellwert.

Warum senkt das die Kosten?

Der Netzentgelt-Leistungspreis wird anhand der höchsten 15-Minuten-Leistungsaufnahme im Jahr berechnet. Eine einzige Spitze bestimmt den Leistungspreis für das gesamte Jahr. Wird die Spitze durch den Speicher reduziert, sinkt der Leistungspreis dauerhaft.

Rechenbeispiel

Ein Gewerbebetrieb hat eine Jahresspitze von 80 kW bei einem Leistungspreis von 100 EUR/kW/Jahr = 8.000 EUR Leistungspreis. Durch Peak Shaving wird die Spitze auf 60 kW gesenkt: 6.000 EUR Leistungspreis. Ersparnis: 2.000 EUR pro Jahr, allein durch die Spitzenkappung.

Technische Umsetzung

Das Energiemanagementsystem überwacht die Leistungsaufnahme in Echtzeit. Sobald eine Spitze droht, speist der Speicher automatisch Leistung ein. Die Reaktionszeit liegt im Millisekundenbereich — zu schnell für menschliche Eingriffe.

Kombination mit Börsenstrom

Peak Shaving und Börsenstrom-Arbitrage schließen sich nicht aus. Das EMS priorisiert: Peak Shaving hat Vorrang, verbleibende Kapazität wird für Börsenstrom-Optimierung genutzt. Beide Hebel zusammen ergeben oft 40 bis 60 Prozent Einsparung der Stromkosten.