Unser Grundsatz: keine Pauschalversprechen

Jede Ersparnisangabe auf meine-speicher.de folgt der Rechenbasis auf dieser Seite: gemessene Börsenpreise, offen genannte Annahmen und eine Formel, die Sie nachrechnen können. Ihr Angebot rechnet dieselben Formeln mit Ihren eigenen Verbrauchsdaten. Eine Garantie für Ihren Betrieb ist keine dieser Zahlen.

Der Grund für diese Offenlegung ist einfach: Eine Einsparprognose, die man nicht nachrechnen kann, ist im Zweifel eine Verkaufszahl. Wir wollen, dass Sie — oder Ihr Steuerberater, Ihr Energieberater — jeden Schritt unserer Rechnung prüfen können. Deshalb benennen wir auf dieser Seite die Datenquellen, die Formeln und die Annahmen, die hinter jeder Zahl in unseren Angeboten stehen.

1. Datenquellen

Wir arbeiten ausschließlich mit überprüfbaren Quellen:

  • Börsenpreise: Day-Ahead-Preise der Gebotszone Deutschland/Luxemburg, wie sie auch dynamischen Stromtarifen zugrunde liegen. Wir beziehen sie über Energy-Charts des Fraunhofer ISE (Daten: Bundesnetzagentur | SMARD.de, Lizenz CC BY 4.0) und werten zwölf volle Monate aus, nicht einzelne Tage. Unsere laufende Markteinschätzung halten wir im Strompreis-Monitor nach.
  • Speicherdaten: Technische Datenblätter der Hersteller (Kapazität, nutzbare Energie, Round-Trip-Wirkungsgrad, Zyklenfestigkeit, Entladetiefe) der von uns eingesetzten SigEnergy LFP-Speicher. Wir rechnen mit den nutzbaren, nicht den nominalen Kapazitätswerten.
  • Ihr Verbrauch: Ihre Lastgang- oder Jahresverbrauchsdaten sowie Ihre aktuelle Stromrechnung mit Arbeits- und gegebenenfalls Leistungspreis. Liegt ein viertelstündlicher Lastgang vor (Pflicht ab 100.000 kWh Jahresverbrauch), rechnen wir damit; andernfalls arbeiten wir mit einem standardisierten Lastprofil Ihrer Branche und kennzeichnen das als Annahme.
  • Netzentgelte: Die für Ihren Netzbetreiber gültigen Arbeits- und Leistungspreise aus dem jeweils veröffentlichten Preisblatt, relevant für die Peak-Shaving-Berechnung. Diese Werte unterscheiden sich teils deutlich zwischen den Netzgebieten; zwei Beispiele mit Quelle stehen in Abschnitt 3.

2. Rechenbasis Börsenstrom-Arbitrage

Ein Speicher am Börsenstrom-Tarif lädt, wenn Strom günstig ist, und gibt ihn ab, wenn er teuer ist. Wie viel das bringt, haben wir an den Day-Ahead-Preisen von September 2025 bis August 2026 gemessen: Für jeden Tag haben wir die vier günstigsten und die vier teuersten Stunden gemittelt. Seit dem 1. Oktober 2025 handelt die Börse in Viertelstunden; wir fassen sie zu Stundenmitteln zusammen und runden diese wie SMARD auf 0,01 €/MWh.

Kennzahl (netto, Börsenpreis ohne Netzentgelt, Umlagen, Steuern)Wert
Zeitraum01.09.2025–31.08.2026
Mittel der vier günstigsten Stunden je Tag4,25 ct/kWh
Mittel der vier teuersten Stunden je Tag15,58 ct/kWh
Mittel aller Stunden9,90 ct/kWh
Stunden mit negativem Preis532

Quelle: Fraunhofer ISE, Energy-Charts, Day-Ahead-Auktion Gebotszone DE-LU; Daten: Bundesnetzagentur | SMARD.de (CC BY 4.0); eigene Auswertung, Stand 23.09.2026.

Dazu kommen vier Annahmen, die wir offen nennen:

  • Aufschlag 15 ct/kWh netto auf den Börsenpreis — Netzentgelt, Umlagen, Stromsteuer und die Marge des Anbieters.
  • Wirkungsgrad 90 % für Laden und Entladen zusammen.
  • Ein Zyklus pro Tag, 364 im Jahr. Nachgerechnet lohnt er sich an 361 von 365 Tagen.
  • 80 % Realisierung: Der Energiemanager trifft nicht jeden Tag die vier besten Stunden, hält eine Mindestladung und muss zum Verbrauch des Betriebs passen.

Marge je abgegebener kWh = (15,58 ct + 15 ct) − (4,25 ct + 15 ct) ÷ 0,9 = 9,20 ct
Ertrag je kWh Speicherkapazität und Jahr = 9,20 ct × 364 × 0,8 ≈ 26,78 €

Warum nicht einfach die Preisdifferenz? Den Aufschlag zahlen Sie auf jede eingekaufte Kilowattstunde, ob Sie sie direkt verbrauchen oder erst speichern — er kürzt sich also heraus. Nur nicht ganz: Wegen des Wirkungsgrads kauft der Speicher mehr ein, als er später abgibt, und auf diese Verlustmenge fällt der volle Preis an. Wer nur mit der Börsendifferenz von 11,33 ct rechnet, überschätzt den Ertrag. Ein höherer Aufschlag macht den Speicher sogar etwas schlechter.

Eine Voraussetzung: Ihr Betrieb muss in den teuren Stunden mindestens so viel Strom brauchen, wie der Speicher abgibt. Teuer ist Strom meist am frühen Abend, im Winter auch am Morgen. Wer um 17 Uhr schließt, nutzt einen großen Speicher nicht voll aus — dann bringt er entsprechend weniger.

SpeicherArbitrage pro Jahrpro Monat
10 kWhrund 270 €22 €
15 kWhrund 400 €33 €
22 kWhrund 590 €49 €
30 kWhrund 800 €67 €
45 kWhrund 1.210 €100 €
54 kWhrund 1.450 €121 €
75 kWhrund 2.010 €167 €
100 kWhrund 2.680 €223 €
150 kWhrund 4.020 €335 €
200 kWhrund 5.360 €446 €

26,78 € je kWh Kapazität und Jahr, gerundet. Gemessen an vergangenen Preisen, keine Prognose: Wird die Spanne zwischen günstigen und teuren Stunden größer oder kleiner, ändert sich der Ertrag im selben Verhältnis.

3. Peak Shaving: nur mit Leistungsmessung

Einen Leistungspreis zahlt nur, wessen Verbrauch viertelstündlich gemessen wird. Das Netzentgelt besteht dann aus einem Jahresleistungspreis auf die höchste Viertelstunde des Jahres und einem Arbeitspreis (§ 17 Abs. 2 StromNEV). So gemessen wird ab einem Jahresverbrauch von über 100.000 kWh (§ 55 Abs. 1 MsbG). Darunter gilt ein Standardlastprofil ohne Leistungspreis — dort gibt es nichts zu kappen.

Ersparnis pro Jahr = gekappte Leistung (kW) × Leistungspreis Ihres Netzbetreibers (€/kW und Jahr)

Der Leistungspreis hängt vom Netzgebiet, von der Spannungsebene und von der Benutzungsdauer ab (Jahresverbrauch geteilt durch die höchste Viertelstundenleistung). Zwei veröffentlichte Preisblätter 2026, Niederspannung:

Netzbetreiberunter 2.500 hab 2.500 h
SWM Infrastruktur (München)24,39 €/kW153,13 €/kW
EAM Netz (Hessen)*72,84 €/kW167,52 €/kW

Jahresleistungspreise netto laut Preisblatt 2026, Niederspannung. * Preisblatt „unter Vorbehalt“ veröffentlicht. Ihren Wert finden Sie auf der Netzrechnung oder im Preisblatt Ihres Netzbetreibers.

In unseren Rechenbeispielen setzen wir 120 €/kW im Jahr an. Das passt zu Betrieben mit Leistungsmessung und mindestens 2.500 Benutzungsstunden; mit spitzer Last und weniger Stunden ist der Leistungspreis deutlich niedriger, und Peak Shaving bringt entsprechend weniger. Wie viel Spitze ein Speicher kappen kann, zeigt erst Ihr Lastgang. Für Beispiele nehmen wir 1 kW je 2 kWh Kapazität an (Spitzen bis rund zwei Stunden): Ein 22-kWh-Speicher kappt so 11 kW und spart 11 × 120 € = 1.320 € im Jahr. Arbitrage und Peak Shaving teilen sich denselben Speicher — ihre Summe ist deshalb eine Obergrenze.

4. Der Tarifwechsel gehört nicht dem Speicher

Wer vom Festpreis auf einen Börsenstrom-Tarif wechselt, spart — oder zahlt drauf — ganz ohne Speicher. Überschlägig gilt: (Ihr heutiger Arbeitspreis − Börsenmittel 9,90 ct − Aufschlag des Börsenstrom-Anbieters) × Jahresverbrauch. Weil Ihr Verbrauch nicht gleichmäßig über den Tag verteilt ist, weicht der echte Wert davon ab. Wir weisen den Tarifwechsel deshalb getrennt aus und rechnen ihn nie in die Amortisation des Speichers ein: Diese Ersparnis hätten Sie auch, ohne etwas zu kaufen.

5. Amortisation

Amortisation (Jahre) = Investition netto ÷ jährliche Ersparnis des Speichers
Ersparnis des Speichers = Arbitrage + Peak Shaving (nur mit Leistungsmessung)

Die Investition richtet sich nach Speichergröße, Wechselrichter und Montage; wir dimensionieren nicht größer als nötig. Eine Preissteigerung nehmen wir nicht an: Bei der Arbitrage zählt die Spanne zwischen günstigen und teuren Stunden, und ob die wächst oder schrumpft, weiß niemand. Zuschüsse ziehen wir nur ab, wenn sie für Ihr Vorhaben tatsächlich fließen — SolarPLUS L in Berlin etwa gibt es nur für Speicher, die zusammen mit einer neuen PV-Anlage entstehen (siehe Förderung). Steuerliche Effekte wie den Investitionsabzugsbetrag rechnen wir nicht in die Amortisation ein; welche Wirkung sie in Ihrem Fall haben, klärt Ihr Steuerberater.

Was daraus folgt, gerechnet mit unseren Preisen von 7.500 € (10 kWh) bis 105.000 € (200 kWh):

  • Über Arbitrage allein dauert die Amortisation rund 20 bis 28 Jahre — länger als die Herstellergarantie von zehn Jahren. Ohne Leistungsmessung ist die Börse allein also kein Grund für einen Speicher.
  • Mit Peak Shaving (Annahmen aus Abschnitt 3) sind es rund 6 bis 9 Jahre. Für Betriebe ab 100.000 kWh mit gleichmäßiger Grundlast und einzelnen Spitzen kann sich ein Speicher damit innerhalb der Garantiezeit bezahlt machen.

Das ist die ehrliche Größenordnung. Ob Ihr Betrieb darüber oder darunter liegt, rechnen wir Ihnen mit Ihrem Lastgang kostenlos durch.

6. Annahmen, die wir offenlegen

Damit eine Prognose ehrlich bleibt, benennen wir die Annahmen in jedem Angebot:

  • Angesetzte Zyklen pro Jahr und unterstellte Lebensdauer (siehe Lebensdauer).
  • Verwendete Börsenpreise und ihr Betrachtungszeitraum.
  • Unterstellter Wirkungsgrad und Aufschlag.
  • Leistungspreis und gekappte Leistung, falls Peak Shaving gerechnet wird.
  • Ob und welche Förderung berücksichtigt wurde.

7. Was wir bewusst nicht tun

Wir rechnen nicht mit Bestwerten einzelner Tage, blenden keine Wirkungsgradverluste aus und versprechen keine steuerlichen Effekte, die nur Ihr Steuerberater verbindlich bestätigen kann. Konkret heißt das:

  • Wir nutzen keinen Maximal-Spread aus Ausnahmetagen mit extremen Preisausschlägen, sondern das Mittel über zwölf Monate.
  • Wir rechnen den Tarifwechsel nicht dem Speicher zu.
  • Wir rechnen Peak Shaving nur mit Leistungsmessung und einem genannten Leistungspreis.
  • Wir setzen Zuschüsse nur an, wenn sie für Ihren Fall verfügbar und einschlägig sind, und rechnen Steuereffekte nicht in die Amortisation.
  • Wir behaupten keine garantierte Amortisationszeit — Strompreise und Verbrauch können sich ändern, und das benennen wir offen.

Lieber eine konservative Zahl, die hält, als eine schöne Zahl, die enttäuscht.

8. Annahmen und Disclaimer

Die Börsenkennzahlen auf dieser Seite sind gemessen und beschreiben die Vergangenheit. Aufschlag, Wirkungsgrad, Zyklen, Realisierung, Leistungspreis und gekappte Leistung sind Annahmen zur Erklärung der Rechenwege — keine zugesicherten Eigenschaften. Die für Sie maßgeblichen Werte ergeben sich ausschließlich aus Ihrem individuellen Angebot auf Basis Ihrer Daten. Börsenpreise, Netzentgelte und Förderkonditionen unterliegen Schwankungen und können sich nach Angebotserstellung ändern. Steuerliche Aussagen ersetzen keine steuerliche Beratung; die verbindliche Beurteilung des Investitionsabzugsbetrags und anderer steuerlicher Effekte obliegt Ihrem Steuerberater. Stand der hier beschriebenen Methodik: 23. September 2026.