Typische Lebensdauer moderner Gewerbespeicher
Gewerbespeicher mit LFP-Technologie (Lithium-Eisenphosphat) altern vor allem durch Zyklen und Temperatur. Für die SigenStor-Module nennt Sigenergy 10.000 Zyklen bis 60 Prozent Restkapazität (Angabe des Zellherstellers); bei einem Zyklus am Tag wären das rechnerisch über 25 Jahre.
Garantie vs. tatsächliche Lebensdauer
Hersteller geben in der Regel 10 Jahre Garantie auf 70 bis 80 Prozent der Kapazität, oft zusätzlich begrenzt durch eine Energiemenge. Bei Sigenergy sind es 80 Prozent der nutzbaren Kapazität, begrenzt auf rund 2.700 Vollzyklen; bei einem vollen Zyklus am Tag ist diese Menge nach gut sieben Jahren erreicht. Eine Garantie beschreibt, wofür der Hersteller einsteht, nicht, wie lange der Speicher tatsächlich hält.
Einflussfaktoren auf die Lebensdauer
Drei Hauptfaktoren bestimmen die Lebensdauer: Erstens die Zykltiefe — flachere Zyklen (20 bis 80 Prozent SoC) schonen die Zellen. Zweitens die Temperatur — optimaler Betrieb zwischen 15 und 25 °C. Drittens die Entladegeschwindigkeit — moderate C-Raten verlängern die Lebensdauer deutlich.
LFP vs. NMC bei Lebensdauer
LFP-Zellen erreichen 6.000 bis 10.000 Zyklen, NMC nur 3.000 bis 5.000. Für Gewerbe mit täglichen Zyklen ist LFP klar die bessere Wahl. Wie viel Kapazität nach zehn Jahren bleibt, hängt von Zyklenzahl, Temperatur und Entladetiefe ab.
Fazit
Bei richtiger Dimensionierung und in klimatisierten Technikräumen können LFP-Gewerbespeicher deutlich länger laufen als ihre Garantie; zugesichert ist aber nur die Garantie. Das ist für die Wirtschaftlichkeit entscheidend: Über Börsenstrom-Arbitrage allein dauert die Amortisation rund 20 bis 28 Jahre, mit Peak Shaving bei Betrieben mit Leistungsmessung in unseren Rechenbeispielen rund 6 bis 9 Jahre (so rechnen wir).