Dieses Glossar erklärt 36 zentrale Begriffe aus Speichertechnik, Strommarkt und Steuerrecht. Jeder Eintrag verweist auf eine weiterführende Seite, wenn Sie tiefer einsteigen möchten.
Gewerbespeicher
Ein Gewerbespeicher ist ein Batteriespeicher, der speziell für die Anforderungen von Gewerbebetrieben ausgelegt ist. Er speichert Strom zwischen — etwa aus günstigen Börsenstunden oder einer PV-Anlage — und gibt ihn ab, wenn der Strom teuer ist oder eine Lastspitze gekappt werden soll. Mehr zu Gewerbespeichern →
Batteriespeicher
Oberbegriff für ein System aus Batteriezellen, Batteriemanagement und Wechselrichter, das elektrische Energie speichert und bedarfsgerecht wieder abgibt. Im Gewerbe kommen überwiegend LFP-Zellen zum Einsatz. Abschreibung von Batteriespeichern →
LFP (Lithium-Eisenphosphat)
LFP (LiFePO₄) ist die bevorzugte Zellchemie für Gewerbespeicher. Sie bietet eine hohe Zyklenfestigkeit von oft über 6.000 Zyklen, gute thermische Stabilität und kommt ohne Kobalt aus. LFP vs. NMC im Vergleich →
NMC (Nickel-Mangan-Cobalt)
NMC-Zellen haben eine höhere Energiedichte als LFP, sind aber weniger zyklenfest und thermisch empfindlicher. Im stationären Gewerbespeicher spielt die Energiedichte eine geringere Rolle, weshalb meist LFP gewählt wird. LFP vs. NMC im Vergleich →
Peak Shaving
Peak Shaving (Lastspitzenkappung) bedeutet, kurzzeitige Verbrauchsspitzen durch Speicherentladung abzufangen. Da der Leistungspreis sich nach der höchsten Viertelstunde richtet, senkt schon eine geringe Kappung die Netzentgelte spürbar. Mehr zu Peak Shaving →
Lastspitze
Die Lastspitze ist der höchste kurzfristige Leistungsbezug (in kW) eines Betriebs innerhalb eines Abrechnungszeitraums. Sie bestimmt bei leistungsgemessenen Kunden den Leistungspreis. Lastmanagement im Gewerbe →
Leistungspreis
Der Leistungspreis ist der Entgeltbestandteil, der pro Kilowatt höchster Jahresleistung abgerechnet wird — unabhängig von der bezogenen Energiemenge. Genau hier setzt Peak Shaving an. Netzentgelt berechnen →
Börsenstrom
Börsenstrom bezeichnet Strom, dessen Preis sich an den stündlichen Großhandelspreisen der Strombörse orientiert. Über einen dynamischen Tarif geben Sie diese Preisschwankungen direkt an Ihren Betrieb weiter. Mehr zu Börsenstrom →
EPEX Spot
Die EPEX Spot ist die führende europäische Strombörse für den kurzfristigen Handel (Day-Ahead und Intraday). Ihre Preise bilden die Grundlage dynamischer Stromtarife. EPEX Spot erklärt →
EEX
Die European Energy Exchange mit Sitz in Leipzig ist die Börse für den Terminhandel mit Strom und weitere Energie-Großhandelsprodukte. Sie ist von der kurzfristigen EPEX Spot abzugrenzen. Börsenstrom erklärt →
Day-Ahead
Auf dem Day-Ahead-Markt werden täglich die Strompreise für jede Stunde des Folgetages festgelegt. Diese 24 Stundenpreise steuern, wann ein Speicher günstig lädt. EPEX Spot erklärt →
Spotmarkt
Der Spotmarkt umfasst den kurzfristigen Handel für Lieferungen am selben oder folgenden Tag — im Gegensatz zum langfristigen Terminmarkt. Mehr zu Börsenstrom →
Arbitrage
Arbitrage ist der wirtschaftliche Kern des Börsenstrom-Speichers: in günstigen Stunden laden, in teuren entladen. Der Gewinn entspricht dem Preis-Spread abzüglich der Speicherverluste. Vorteile dynamischer Tarife →
IAB §7g EStG
Der Investitionsabzugsbetrag erlaubt es, bis zu 50 % der geplanten Investition in einen Speicher vorab gewinnmindernd anzusetzen — bis zu drei Jahre vor der Anschaffung. IAB Steuervorteil → · IAB 2026 im Detail →
Sonderabschreibung
Nach §7g Abs. 5 EStG sind zusätzlich zur linearen Abschreibung bis zu 20 % Sonderabschreibung in den ersten fünf Jahren möglich — kombinierbar mit dem IAB. Abschreibung Batteriespeicher →
Eigenverbrauch
Eigenverbrauch ist der Anteil des gespeicherten oder selbst erzeugten Stroms, der direkt im Betrieb genutzt wird, statt ihn aus dem Netz zu beziehen. Ein hoher Eigenverbrauch erhöht die Wirtschaftlichkeit. Speicher ohne PV →
Notstrom
Viele Gewerbespeicher bieten eine Notstrom- oder Backup-Funktion: Bei Stromausfall versorgen sie definierte Verbraucher weiter. Notstromversorgung mit Speicher →
Energiemanagementsystem (EMS)
Das EMS ist die Steuerzentrale: Es entscheidet anhand von Börsenpreis, Lastgang und Ladezustand automatisch, wann der Speicher lädt oder entlädt. EMS erklärt →
Wechselrichter
Der Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) der Batterie in netzkonformen Wechselstrom (AC) um und umgekehrt. Sein Wirkungsgrad beeinflusst die Speicherverluste. Mehr zur Technik →
kWh (Kilowattstunde)
Die Kilowattstunde misst die Energiemenge. Die Speichergröße wird in kWh angegeben, ebenso der Stromverbrauch auf Ihrer Rechnung. Speichergröße berechnen →
kWp (Kilowatt-Peak)
Kilowatt-Peak ist die Nennleistung einer Photovoltaikanlage unter Standard-Testbedingungen. Sie beschreibt die Erzeugungsleistung, nicht die Speicherkapazität. Speicher mit PV →
Zyklenfestigkeit
Die Zyklenfestigkeit gibt an, wie viele Lade-/Entladezyklen ein Speicher bis zu einer definierten Restkapazität (z. B. 80 %) erreicht. LFP-Speicher liegen oft bei 6.000+ Zyklen. Lebensdauer von Gewerbespeichern →
Wirkungsgrad
Der Wirkungsgrad (Round-Trip-Efficiency) beschreibt, welcher Anteil der eingespeicherten Energie wieder entnommen werden kann. Typisch sind rund 90 %. Die Differenz sind Speicherverluste. In unsere Berechnung fließt der reale Wirkungsgrad ein →
DC/AC-Kopplung
Ein Speicher kann gleichstromseitig (DC, näher an der PV) oder wechselstromseitig (AC, flexibler nachrüstbar) eingebunden werden. Die Kopplungsart beeinflusst Wirkungsgrad und Nachrüstbarkeit. Speicher ohne PV →
Marktstammdatenregister
Das Marktstammdatenregister (MaStR) der Bundesnetzagentur erfasst Erzeugungs- und Speicheranlagen. Die Eintragung ist Pflicht — wir übernehmen sie im Rahmen der Installation. Unser Ablauf →
EEG
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz regelt Förderung und Rahmenbedingungen für Strom aus erneuerbaren Quellen und betrifft auch die Einspeisung aus PV-gekoppelten Speichern. Förderübersicht →
Netzentgelt
Das Netzentgelt vergütet die Nutzung der Stromnetze und besteht aus einem Arbeitspreis (pro kWh) und bei größeren Betrieben einem Leistungspreis (pro kW Spitzenleistung). Netzentgelt berechnen →
Lastmanagement
Lastmanagement steuert den Stromverbrauch gezielt, um Lastspitzen zu vermeiden. In Kombination mit einem Speicher lassen sich Netzentgelte und Börsenkosten zugleich senken. Lastmanagement im Gewerbe →
Lastgang
Der Lastgang ist die zeitlich aufgelöste Aufzeichnung des Stromverbrauchs, üblicherweise in Viertelstundenwerten. Er ist die Datengrundlage jeder seriösen Auslegung. So nutzen wir Ihren Lastgang →
Smart Meter
Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) erfasst den Verbrauch digital und viertelstündlich. Es ist technische Voraussetzung für dynamische Börsenstromtarife. Smart-Meter-Pflicht im Gewerbe →
Dynamischer Stromtarif
Bei einem dynamischen Stromtarif folgt der Arbeitspreis stündlich dem Börsenpreis. So profitieren speicherfähige Betriebe von günstigen und negativen Preisen. Vorteile dynamischer Tarife →
Spread
Der Spread ist die Differenz zwischen höchstem und niedrigstem Börsenpreis eines Tages. Je größer der Spread, desto höher das Arbitrage-Potenzial des Speichers. Börsenstrom erklärt →
Amortisationszeit
Die Amortisationszeit ist der Zeitraum, bis die Investition durch die jährlichen Einsparungen zurückverdient ist — nach Abzug von Förderung und Steuervorteil. Gewerbespeicher Kosten →
Entladetiefe (DoD)
Die Entladetiefe (Depth of Discharge) gibt an, welcher Anteil der Kapazität je Zyklus entnommen wird. Eine hohe nutzbare Entladetiefe erhöht die wirtschaftlich verfügbare Energie. Speicherauslegung →
Modularität
Modulare Speicher lassen sich durch zusätzliche Batteriemodule erweitern. So wächst die Kapazität (bei uns 10–54 kWh) mit dem Bedarf Ihres Betriebs. Speichergrößen 10–200 kWh →
KfW 270
Das KfW-Programm 270 ist ein zinsgünstiger Förderkredit für Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien, der auch Batteriespeicher umfassen kann. KfW 270 erklärt →