Was ist der EPEX Spot?
Der EPEX Spot (European Power Exchange Spot) ist die größte Strombörse in Europa mit Sitz in Paris. Hier wird der Großteil des Stromhandels für Deutschland, Frankreich, die Schweiz, Österreich, die Niederlande, Belgien und das Vereinigte Königreich abgewickelt.
Day-Ahead-Markt
Der wichtigste Teil ist der Day-Ahead-Markt: Täglich um 12:00 Uhr werden für jede Stunde des Folgetages die Preise festgelegt. Erzeuger bieten Strommengen an, Versorger bieten Nachfragemengen. Das teuerste noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Preis für alle — das sogenannte Merit-Order-Prinzip.
Preisschwankungen über den Tag
Die Preise schwanken typischerweise zwischen 0 und 15 ct/kWh Tagesmittel. In sonnen- oder windreichen Stunden können sie unter null fallen (negative Preise). Zu Spitzenzeiten morgens und abends erreichen sie oft das Tagesmaximum.
Negative Strompreise
Wenn Wind- und Solarproduktion die Nachfrage übersteigt, entstehen negative Preise. Der Produzent zahlt dann dafür, dass der Strom abgenommen wird. 2023 gab es in Deutschland über 300 Stunden mit negativen Strompreisen — Tendenz steigend.
Wie Gewerbespeicher profitieren
Mit einem dynamischen Stromtarif auf Basis des EPEX Spot zahlen Gewerbebetriebe den tatsächlichen stündlichen Börsenpreis. Ein Gewerbespeicher lädt automatisch in den günstigsten Stunden und entlädt in den teuersten. Der durchschnittliche Spread beträgt 11,7 ct/kWh — das entspricht bei 22 kWh Kapazität und 365 Zyklen rund 940 EUR Ersparnis pro Jahr aus reiner Arbitrage.