Was sind dynamische Stromtarife?

Dynamische Stromtarife (auch Börsenstromtarife) basieren auf den EPEX-Spot-Preisen, die seit Oktober 2025 für jede Viertelstunde ermittelt werden. Der Kunde zahlt den aktuellen Börsenpreis plus Netzentgelte, Umlagen, Steuern und einen Aufschlag des Anbieters. Im Gegensatz zum Festpreistarif schwankt der Preis, je nach Tarif jede Viertelstunde oder jede Stunde.

Rechtliche Grundlage seit 2025

Seit dem 1. Januar 2025 muss jeder Stromlieferant, nicht nur der Grundversorger, allen Kunden mit intelligentem Messsystem einen dynamischen Tarif anbieten (§ 41a Abs. 2 EnWG). Das gilt für Gewerbebetriebe ebenso wie für Haushalte. Voraussetzung ist das intelligente Messsystem; ein Lastgangzähler ohne Smart-Meter-Gateway begründet den Anspruch nicht.

Vorteile im Überblick

Erstens: Günstiger Einkauf in Niedrigpreiszeiten. Zweitens: Profitieren von negativen Strompreisen. Drittens: Einsparungen bei konstanter Grundlast (Kühlung, Serverräume). Viertens: Bessere Energiewende-Teilhabe. Fünftens: Maximale Transparenz über Stromverbrauch und -kosten.

Voraussetzung: Smart Meter

Dynamische Tarife benötigen ein intelligentes Messsystem (iMSys/Smart Meter). Ohne 15-Minuten-Messung lässt sich der Verbrauch den Börsenpreisen nicht zuordnen. Bei mehr als 6.000 kWh Jahresverbrauch muss der Messstellenbetreiber das intelligente Messsystem ohnehin einbauen (Rollout seit 2025); auf Wunsch geht es schneller: innerhalb von vier Monaten, einmalig höchstens 100 €.

Maximale Ersparnis mit Speicher

Ein Gewerbespeicher holt mehr aus dynamischen Tarifen heraus: Er lädt automatisch in den günstigsten Stunden und versorgt Ihren Betrieb in den teuren. Wie viel das bringt, haben wir an den Börsenpreisen von September 2025 bis August 2026 nachgerechnet: Die vier günstigsten Stunden eines Tages kosteten im Mittel 4,25 ct/kWh, die vier teuersten 15,58 ct/kWh. Abzüglich der Verluste beim Laden und Entladen bleiben je abgegebener kWh rund 9,2 ct. Rechenbeispiel: Ein 22-kWh-Speicher bringt so bei einem Zyklus pro Tag rund 590 € im Jahr (so rechnen wir). Peak Shaving kommt nur für Betriebe mit Leistungsmessung hinzu, also ab über 100.000 kWh im Jahr.