Kurz erklärt: Für einen gewerblichen Batteriespeicher setzt man eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren an, die lineare AfA liegt damit bei 10 % pro Jahr. Eine eigene Zeile für Batteriespeicher hat die amtliche AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter nicht; maßgeblich ist die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ (10 Jahre). Bildet der Speicher mit einer PV-Anlage eine Einheit, kann er im Einzelfall der PV-Anlage folgen (Position 3.1.6, 20 Jahre).

1. AfA-Grundlagen: Was bedeutet Nutzungsdauer?

Die Absetzung für Abnutzung (AfA) verteilt die Anschaffungskosten eines Wirtschaftsguts steuerlich über die Jahre seiner Nutzung. Der zentrale Stellhebel ist dabei die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer — also der Zeitraum, über den ein Wirtschaftsgut erfahrungsgemäß betrieblich verwendet wird. Je kürzer die Nutzungsdauer, desto höher die jährliche AfA und desto schneller wirkt die Steuerentlastung.

Ein Batteriespeicher ist steuerlich ein abnutzbares bewegliches Anlagegut: Er verliert über die Zeit messbar an Wert durch Zellalterung und Kapazitätsdegradation und ist nicht fest mit dem Gebäude verbunden. Damit fällt er unter die allgemeinen AfA-Regeln nach §7 EStG. Maßgeblicher Anhaltspunkt für die Nutzungsdauer ist die amtliche AfA-Tabelle des Bundesfinanzministeriums, die für viele Wirtschaftsgüter eine typisierte Nutzungsdauer nennt. Sie ist laut BMF keine bindende Rechtsnorm, ihre Werte werden in der Praxis aber allgemein anerkannt.

Wichtig für die Praxis: Die steuerliche Nutzungsdauer ist nicht mit der technischen Lebensdauer identisch. Moderne Lithium-Eisenphosphat-Speicher (LFP) halten oft 15 bis 20 Jahre und mehr — steuerlich werden sie dennoch über die kürzere amtliche Nutzungsdauer abgeschrieben. Mehr zur technischen Haltbarkeit lesen Sie in unserem Ratgeber zur Lebensdauer von Gewerbespeichern.

Dass die steuerliche Nutzungsdauer kürzer ist als die technische, ist für den Betrieb ein Vorteil: Sie schreiben den Speicher schneller ab, als er tatsächlich an Wert verliert. Läuft der Speicher nach Ablauf der zehnjährigen AfA-Periode technisch weiter, steht er mit einem Restbuchwert von null in der Bilanz, erbringt aber weiterhin volle Leistung bei Eigenverbrauch, Peak Shaving und Börsenstrom-Arbitrage. Diese „abgeschriebenen, aber produktiven" Jahre sind betriebswirtschaftlich besonders wertvoll.

Begrifflich lohnt eine saubere Unterscheidung: AfA meint die jährliche Abschreibung als Aufwand, Nutzungsdauer den Zeitraum, über den abgeschrieben wird, und AfA-Satz den daraus abgeleiteten Prozentsatz. Bei 10 Jahren Nutzungsdauer ergibt sich der lineare AfA-Satz von 10% pro Jahr durch einfache Division (100% ÷ 10 Jahre). Diese drei Begriffe sauber auseinanderzuhalten, vermeidet die häufigsten Missverständnisse in der Steuererklärung.

2. Nutzungsdauer Batteriespeicher: 10 Jahre

Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer eines eigenständigen gewerblichen Batteriespeichers beträgt 10 Jahre. Eine eigene Zeile „Batteriespeicher“ hat die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter (AfA-Tabelle „AV“) zwar nicht; in der Praxis wird aber die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ mit 10 Jahren angesetzt. Daraus folgt eine lineare AfA von 10% pro Jahr — bei einem 30.000-€-Speicher also 3.000 € jährlich.

Bilden Speicher, Wechselrichter und Steuerung einen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang, werden sie in der Regel als ein Wirtschaftsgut aktiviert; dann gelten die 10 Jahre für das gesamte Speichersystem einschließlich Batterieschrank, Batteriemanagementsystem (BMS) und der zugehörigen Leistungselektronik. Entscheidend ist, dass der Speicher als selbstständiges bewegliches Wirtschaftsgut aktiviert wird. Bei klassischen Gewerbespeichern mit eigenständigem Netzanschluss ist diese Voraussetzung problemlos erfüllt.

Eine abweichende Nutzungsdauer von 20 Jahren kommt nur im Einzelfall in Betracht: Ist der Speicher untrennbar mit einer Photovoltaikanlage verbunden — etwa als integrierter Hybrid-Wechselrichter mit fest verbautem Speichermodul —, kann er der Nutzungsdauer der PV-Anlage folgen. Photovoltaikanlagen stehen in derselben AfA-Tabelle unter Position 3.1.6 mit 20 Jahren. Ob Speicher und PV-Anlage bei Ihnen eine Einheit bilden, klärt die Steuerberatung. Für Speicher ohne Photovoltaik stellt sich die Frage nicht: Sie laufen ohnehin als eigenständige Anlage über 10 Jahre.

Batteriespeicher in PV-Anlage: 10 oder 20 Jahre Nutzungsdauer?

Eine der häufigsten Fragen betrifft die Nutzungsdauer eines Batteriespeichers in einer PV-Anlage. Die Antwort hängt davon ab, ob Speicher und PV-Anlage ein Wirtschaftsgut bilden oder zwei, nicht allein davon, ob überhaupt eine Photovoltaikanlage vorhanden ist. Das ist eine Frage des Einzelfalls:

  • Nachrüst-Speicher (eigenständig aktiviert): Wird ein nachträglich zur bestehenden PV-Anlage ergänzter Speicher als selbstständiges bewegliches Wirtschaftsgut aktiviert, setzt man in der Praxis die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ mit 10 Jahren an — auch wenn er denselben PV-Strom puffert.
  • Untrennbar integrierter Hybridspeicher: Bilden Speicher und PV-Anlage eine fest verbundene Einheit (integrierter Hybrid-Wechselrichter mit verbautem Modul), kann der Speicher im Einzelfall der Nutzungsdauer der PV-Anlage folgen: Position 3.1.6, 20 Jahre. Das klärt die Steuerberatung.

Für Gewerbebetriebe bringt die eigenständige Aktivierung mit 10 Jahren die Abschreibung doppelt so schnell. Frei wählen lässt sich die Einordnung aber nicht; sie folgt aus den Verhältnissen im Einzelfall. IAB und Sonder-AfA sind in beiden Fällen möglich, solange der Speicher ein bewegliches Wirtschaftsgut bleibt. Mehr zur Technik lesen Sie im Ratgeber Speicher ohne Photovoltaik.

3. AfA-Tabelle Batteriespeicher: Nutzungsdauer & AfA-Satz

Maßgeblich ist die AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle „AV“) des Bundesfinanzministeriums vom 15.12.2000. Eine eigene Zeile „Batteriespeicher“ gibt es dort nicht, und auch Wechselrichter, Energiemanagementsystem und Smart Meter sind nicht eigens aufgeführt. Die folgende AfA-Tabelle Batteriespeicher zeigt die Positionen, die für einen Gewerbespeicher und sein Umfeld in Betracht kommen, mit Nummer, Nutzungsdauer und linearem AfA-Satz:

AfA-Tabelle Batteriespeicher 2026 — Position, Nutzungsdauer & AfA-Satz
Position in der AfA-Tabelle „AV“Nutzungsdauer (AfA-Satz linear)
3.1.3 Akkumulatoren (in der Praxis für Batteriespeicher angesetzt)10 Jahre (10 % p. a.)
3.1.2 Stromerzeugung (u. a. Gleichrichter, Stromumformer)19 Jahre (5,26 % p. a.)
3.3.1 Mess- und Regeleinrichtungen, allgemein18 Jahre (5,56 % p. a.)
3.1.6 Photovoltaikanlagen20 Jahre (5 % p. a.)

Kurz zusammengefasst: Die Abschreibungsdauer für einen eigenständigen Batteriespeicher beträgt 10 Jahre (10 % AfA-Satz pro Jahr, Position 3.1.3), die für eine Photovoltaikanlage 20 Jahre (5 %, Position 3.1.6). Eine kürzere Nutzungsdauer für einzelne Bauteile des Speichers nennt die Tabelle nicht.

Einzelfall, mit der Steuerberatung klären: Wechselrichter, Energiemanagementsystem (EMS), Smart Meter, Fundament und bauliche Anpassungen haben in der Tabelle keine eigene Zeile. Bilden Speicher, Wechselrichter und Steuerung einen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang, werden sie in der Regel als ein Wirtschaftsgut aktiviert und gemeinsam mit dem Speicher abgeschrieben. Nur wenn ein Bauteil ausnahmsweise ein eigenes Wirtschaftsgut ist, kommen andere Positionen in Betracht, für einen einzeln aktivierten Wechselrichter etwa 3.1.2 (Stromumformer, 19 Jahre), für Mess- und Regeltechnik 3.3.1 (18 Jahre). Beide liegen über den 10 Jahren des Speichers; eine getrennte Aktivierung beschleunigt die Abschreibung also nicht automatisch. Das gilt auch für ein Energiemanagementsystem, das Börsenstrom-Arbitrage und Peak Shaving steuert. Ob Fundament oder bauliche Anpassungen zum Speicher, zu einer Betriebsvorrichtung oder zum Gebäude gehören, richtet sich laut den Vorbemerkungen zur AfA-Tabelle nach den Verhältnissen des Einzelfalls.

Geringwertige Wirtschaftsgüter (GWG) bis zu einem Netto-Wert von 800 € dürfen nach §6 Abs. 2 EStG sofort vollständig abgesetzt werden. Bei Gewerbespeichern spielt die GWG-Regelung kaum eine Rolle, da bereits Einstiegsgrößen ab 10 kWh deutlich über dieser Grenze liegen. Für einzelne Sensorik oder kleinere Messmodule kann die GWG-Regel jedoch gelegentlich genutzt werden.

4. Lineare vs. degressive AfA

Bei der Abschreibung haben Sie grundsätzlich die Wahl zwischen zwei Methoden — der linearen und der degressiven AfA. Beide setzen auf der 10-jährigen Nutzungsdauer auf, verteilen die Beträge aber unterschiedlich über die Zeit.

Die lineare AfA (§7 Abs. 1 EStG) ist die Standard-Methode: Sie verteilen die Anschaffungskosten gleichmäßig über die Nutzungsdauer — bei 10 Jahren also 10% pro Jahr. Das Ergebnis ist gut planbar und konstant. Wichtig ist die monatsgenaue Anrechnung im Anschaffungsjahr: Wer den Speicher im Mai installiert, darf im ersten Jahr nur 8/12 der Jahres-AfA absetzen — der Rest verschiebt sich ins elfte Jahr.

Die degressive AfA gibt es wieder für Speicher, die vom 1. Juli 2025 bis 31. Dezember 2027 geliefert werden: bis zum Dreifachen des linearen Satzes, höchstens 30 % im Jahr vom jeweiligen Restbuchwert (§ 7 Abs. 2 EStG). Für einen Speicher mit 10 Jahren Nutzungsdauer sind das 30 % im ersten Jahr statt 10 % linear. Der Vorteil: Die Steuerentlastung kommt früher. Eine Gewinngrenze gibt es nicht, und die Sonderabschreibung nach § 7g Abs. 5 EStG ist daneben erlaubt, wenn der Gewinn im Vorjahr höchstens 200.000 € betrug.

MethodeAfA 1. JahrVerlaufKombinierbar mit Sonder-AfA
Lineare AfA10% (3.000 €)konstant über 10 JahreJa
Degressive AfAbis 30% (9.000 €)fallend, später Wechsel auf linear; nur bei Lieferung 07/2025 bis 12/2027Ja

An der Summe ändert die Wahl nichts: Über die Nutzungsdauer entlasten lineare und degressive AfA — mit oder ohne IAB und Sonder-AfA — genau um Ihren Steuersatz. Die degressive AfA lohnt sich vor allem, wenn ein starkes Geschäftsjahr ohne IAB-Vorlauf vorliegt und kurzfristig hohe Gewinne reduziert werden müssen. Welche Verteilung passt, hängt von Ihrer Gewinnentwicklung ab — Ihr Steuerberater rechnet die Modelle parallel.

5. Rechenbeispiel Gewerbespeicher

Ein konkretes Beispiel verdeutlicht die lineare AfA über die Nutzungsdauer. Ein Handwerksbetrieb schafft 2026 einen SigEnergy-Gewerbespeicher für 30.000 € netto an. Inbetriebnahme ist im Januar, sodass die volle Jahres-AfA greift. Wir nehmen einen Steuersatz von 30 % an; das ist eine Annahme und kein Ersatz für die Steuerberatung.

AnschaffungskostenNutzungsdauerJährliche AfAAfA pro Monat
15.000 €10 Jahre1.500 €125 €
30.000 €10 Jahre3.000 €250 €
50.000 €10 Jahre5.000 €417 €
80.000 €10 Jahre8.000 €667 €
120.000 €10 Jahre12.000 €1.000 €

Bei 30.000 € Anschaffungskosten und 10 Jahren Nutzungsdauer setzt der Betrieb jährlich 3.000 € als AfA an. Bei angenommen 30 % Steuersatz entspricht das einer Steuerentlastung von 900 € pro Jahr — über die volle Nutzungsdauer summiert sich die Entlastung aus der linearen AfA auf 9.000 €, also genau Steuersatz mal Anschaffungskosten. Wird der Speicher unterjährig in Betrieb genommen, verschiebt die monatsgenaue Anrechnung einen Teil der AfA in das elfte Jahr, ohne dass der Gesamtbetrag sinkt.

Ein konkretes Beispiel zur Monatsgenauigkeit: Nimmt der Handwerksbetrieb den Speicher statt im Januar erst im September 2026 in Betrieb, darf er im ersten Jahr nur 4/12 der Jahres-AfA ansetzen — also 1.000 € statt 3.000 €. Die fehlenden 2.000 € verschieben sich an das Ende der Abschreibungsreihe ins Jahr 2036. Der Gesamtbetrag von 30.000 € bleibt unverändert, lediglich der zeitliche Verlauf streckt sich. Wer den Steuereffekt früh nutzen möchte, plant die Inbetriebnahme daher möglichst zu Jahresbeginn.

Eine getrennte Aktivierung einzelner Komponenten ändert an diesem Beispiel in der Regel nichts: Bilden Speicher, Wechselrichter und Energiemanagementsystem einen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang, werden sie als ein Wirtschaftsgut gemeinsam über 10 Jahre abgeschrieben. Eine eigene, kürzere Nutzungsdauer für das EMS nennt die AfA-Tabelle nicht; Mess- und Regeleinrichtungen stehen dort mit 18 Jahren (Position 3.3.1). Ob einzelne Teile eigene Wirtschaftsgüter sind, klärt im Einzelfall die Steuerberatung.

Wer die Investition zusätzlich mit IAB und Sonder-AfA kombiniert, bekommt einen großen Teil der Entlastung früher; die Summe bleibt gleich. Die genauen Hebel und ein vollständiges Kombinations-Beispiel zeigt unser Ratgeber zur Abschreibung von Batteriespeichern. Eine erste Einschätzung Ihrer individuellen Ersparnis liefert unser Ersparnis-Rechner.

6. Zusammenspiel mit IAB & Sonderabschreibung

Die Nutzungsdauer ist nur eine Stellschraube. Für Gewerbetreibende ergibt sich aus §7g EStG ein dreistufiges Optimierungsmodell, das die lineare AfA ergänzt:

  • Investitionsabzugsbetrag (IAB), §7g Abs. 1 EStG: Für ein Wirtschaftsjahr vor dem Kauf dürfen bis zu 50 % der geplanten Anschaffungskosten gewinnmindernd abgezogen werden. Bei 30.000 € sind das bis zu 15.000 € Vorab-Abzug — bei angenommen 30 % Steuersatz rund 4.500 € weniger Steuer im Jahr vor dem Kauf, später über die geringere Abschreibung ausgeglichen. Details auf unserer IAB-Stromspeicher-Seite und im IAB-Ratgeber 2026.
  • Sonderabschreibung, §7g Abs. 5 EStG: Zusätzlich zur linearen oder degressiven AfA dürfen im Investitionsjahr und in den vier Folgejahren weitere bis zu 40 % der gekürzten Anschaffungskosten frei verteilt abgesetzt werden. Mehr dazu im Ratgeber Sonderabschreibung Batteriespeicher.
  • Lineare AfA, §7 Abs. 1 EStG: Die hier beschriebene 10%-AfA über 10 Jahre auf die um den IAB gekürzte Bemessungsgrundlage — oder, bei Lieferung bis Ende 2027, die degressive AfA mit bis zu 30 %.

Wichtig: IAB und Sonder-AfA setzen einen Gewinn von höchstens 200.000 € voraus (beim IAB im Abzugsjahr, bei der Sonder-AfA im Jahr vor dem Kauf) sowie mindestens 90 % betriebliche Nutzung. Die Bemessungsgrundlage für die lineare AfA und die Sonder-AfA ist um den IAB gekürzt — bei 30.000 € mit 15.000 € IAB beträgt sie also 15.000 €. Wie Sie alle Hebel zusammen nutzen, erklärt unser Überblick Batteriespeicher steuerlich absetzen.

Die Nutzungsdauer behält dabei ihre zentrale Rolle: Sie bestimmt, über welchen Zeitraum der nach IAB und Sonder-AfA verbleibende Restbuchwert linear abgeschrieben wird. Eine kürzere Nutzungsdauer beschleunigt nicht nur die lineare AfA, sondern verkürzt auch den Zeitraum, in dem der Speicher überhaupt in der Bilanz steht. Genau deshalb ist die korrekte Einordnung als eigenständiges, bewegliches Wirtschaftsgut mit 10 Jahren so wichtig — sie ist die Grundlage, auf der alle weiteren Steuerhebel überhaupt erst aufsetzen. Wird der Speicher fälschlich einem Gebäudeteil zugeordnet, fallen IAB und Sonder-AfA ganz weg; bei der 20-jährigen PV-Nutzungsdauer dauert die Abschreibung doppelt so lang.

7. Häufige Fehler bei der Nutzungsdauer

Bei der Festlegung der Nutzungsdauer treten in der Praxis wiederkehrende Fehler auf, die bares Geld kosten können:

  • Fehler 1: Speicher als Gebäudebestandteil aktiviert. Wird der Speicher fälschlich als unbeweglicher Gebäudeteil eingebucht, gilt die 33-jährige Nutzungsdauer — IAB und Sonder-AfA sind dann ausgeschlossen. Achten Sie auf die Aktivierung als bewegliches Wirtschaftsgut.
  • Fehler 2: PV und Speicher pauschal zusammen aktiviert. Ist der Speicher ein eigenes Wirtschaftsgut, setzt man für ihn in der Praxis Position 3.1.3 mit 10 Jahren an, nicht die 20 Jahre der PV-Anlage (Position 3.1.6). Wer ihn pauschal der PV-Anlage zuordnet, schreibt ihn doppelt so lange ab. Ob Speicher und PV eine Einheit bilden, klären Sie mit der Steuerberatung.
  • Fehler 3: Bauteile ohne Grundlage kürzer abgeschrieben. Für Wechselrichter, Energiemanagementsystem oder Smart Meter nennt die AfA-Tabelle keine eigene, kürzere Nutzungsdauer. Bilden sie mit dem Speicher einen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang, werden sie in der Regel mit ihm als ein Wirtschaftsgut abgeschrieben. Eine abweichende Aufteilung stimmen Sie vorher mit der Steuerberatung ab.
  • Fehler 4: Monatsgenaue Anrechnung übersehen. Bei unterjähriger Inbetriebnahme ist die AfA im ersten Jahr nur zeitanteilig anzusetzen. Eine Inbetriebnahme im Januar sichert die volle Jahres-AfA.
  • Fehler 5: Degressive AfA zu spät gewählt. Von der degressiven zur linearen AfA dürfen Sie später wechseln, umgekehrt nicht. Und die degressive AfA gibt es nur für Speicher, die vom 1. Juli 2025 bis 31. Dezember 2027 geliefert werden. Rechnen Sie die Wege mit Ihrer Steuerberatung durch und entscheiden Sie schon bei der Anschaffung.

Steuerlicher Hinweis: Dieser Beitrag ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Die dargestellten Berechnungen dienen der Veranschaulichung. Konkrete Werte hängen von Ihrer individuellen Steuersituation ab. Bitte konsultieren Sie Ihren Steuerberater für die Anwendung in Ihrem Betrieb.

8. Häufige Fragen zur AfA und Nutzungsdauer

  • Für einen eigenständigen gewerblichen Batteriespeicher setzt man eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 10 Jahren an. Eine eigene Zeile „Batteriespeicher“ hat die amtliche AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter nicht; maßgeblich ist die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ mit 10 Jahren. Das entspricht einer linearen Abschreibung von 10 % pro Jahr. Bildet der Speicher mit einer PV-Anlage eine Einheit, kann er im Einzelfall der PV-Anlage folgen (Position 3.1.6, 20 Jahre); das klärt die Steuerberatung.

  • Maßgeblich ist die AfA-Tabelle für die allgemein verwendbaren Anlagegüter (AfA-Tabelle „AV“) des Bundesfinanzministeriums vom 15.12.2000. Eine eigene Zeile „Batteriespeicher“ gibt es dort nicht; für Lithium-Ionen-Gewerbespeicher wird in der Praxis die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ mit 10 Jahren Nutzungsdauer angesetzt. Photovoltaikanlagen stehen in derselben Tabelle unter Position 3.1.6 mit 20 Jahren.

  • Bei der linearen AfA schreiben Sie jährlich den gleichen Betrag ab — bei 10 Jahren also 10% pro Jahr. Die degressive AfA setzt anfangs höhere Beträge an: bis zum Dreifachen der linearen AfA, höchstens 30 % pro Jahr vom Restbuchwert — für Speicher, die vom 1. Juli 2025 bis 31. Dezember 2027 geliefert werden. Sie eignet sich, wenn früh hohe Gewinne reduziert werden sollen; die Sonder-AfA nach § 7g Abs. 5 ist daneben erlaubt.

  • Eine eigene Zeile „Wechselrichter“ hat die AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter nicht. Bilden Speicher, Wechselrichter und Steuerung einen einheitlichen Nutzungs- und Funktionszusammenhang, werden sie in der Regel als ein Wirtschaftsgut aktiviert und gemeinsam über 10 Jahre abgeschrieben. Ist ein Wechselrichter ausnahmsweise ein eigenes Wirtschaftsgut, kommt die Position 3.1.2 in Betracht, die Stromumformer mit 19 Jahren nennt, also länger als beim Speicher. Wie Ihre Anlage einzuordnen ist, klärt die Steuerberatung.

  • Die 10 Jahre aus der amtlichen AfA-Tabelle (Position 3.1.3 „Akkumulatoren“) sind die Regel. Eine kürzere AfA ist nur bei nachgewiesener kürzerer tatsächlicher Nutzung möglich, etwa durch Gutachten über eine starke Zyklenbelastung. In der Praxis bleibt es bei 10 Jahren, da das Finanzamt die amtliche Tabelle als Maßstab heranzieht.

  • Die 10-jährige Nutzungsdauer bestimmt die lineare AfA von 10% pro Jahr. Zusätzlich wirken der Investitionsabzugsbetrag (IAB) mit bis zu 50 % vorab nach § 7g Abs. 1 und die Sonderabschreibung mit bis zu 40 % in 5 Jahren nach § 7g Abs. 5. Der IAB kürzt die Bemessungsgrundlage für die AfA. Beide bringen die Steuerentlastung früher als die reine lineare AfA; die Summe über die Nutzungsdauer bleibt gleich.

  • Die lineare AfA für einen eigenständigen gewerblichen Stromspeicher beträgt 10 % pro Jahr, abgeleitet aus der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer von 10 Jahren, die in der Praxis nach Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ der amtlichen AfA-Tabelle angesetzt wird. AfA Stromspeicher und AfA Batteriespeicher sind dabei steuerlich identisch zu behandeln.

  • Die Abschreibungsdauer für einen eigenständigen Batteriespeicher beträgt 10 Jahre. Sie entspricht der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer, die in der Praxis nach Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ der AfA-Tabelle für allgemein verwendbare Anlagegüter angesetzt wird. Photovoltaikanlagen stehen dort unter Position 3.1.6 mit 20 Jahren. Eine eigene, kürzere Abschreibungsdauer für das EMS nennt die Tabelle nicht.

  • Eine eigene Zeile „Batteriespeicher“ hat die AfA-Tabelle nicht. Angesetzt wird die Position 3.1.3 „Akkumulatoren“ mit 10 Jahren Nutzungsdauer; daraus ergibt sich ein linearer AfA-Satz von 10 % pro Jahr. Für Photovoltaikanlagen (Position 3.1.6, 20 Jahre) sind es 5 %. Einen eigenen Wert für das Energiemanagementsystem nennt die Tabelle nicht.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Steuerberatung und ersetzt sie nicht. Ob und in welcher Höhe IAB, Sonderabschreibung oder AfA in Ihrem Fall greifen, klären Sie bitte mit Ihrer Steuerberaterin oder Ihrem Steuerberater.